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Ein wichtiger Bestandteil des Verständnisses, was unseren Organismus gesund bleiben oder krank werden lässt, ist das Wissen über den Aufbau unserer Zellen sowie darüber, welche Rolle sowohl die Nährstoffe, als auch der Darmtrakt in diesem Komplex spielen. Zellen sind ein hochdynamisches Austauschsystem. Sie spiegeln nicht zuletzt den Zustand des gesamten Körpers wider und jede einzelne stellt einen sehr komplexen Mikroorganismus dar.

 

Jede Sekunde finden etwa einhunderttausend biochemische Reaktionen in jeder unserer etwa siebzig bis einhundert Billionen Zellen statt. Ebenfalls jede Sekunde sterben darüber hinaus etwa zehn Millionen Zellen im Körper ab und etwa dieselbe Anzahl (altersbedingt) wird neu gebildet. Eine ungeheure, koordinatorische Leistung, von der wir nicht das Geringste mitbekommen. Damit diese Vorgänge reibungslos ablaufen können, brauchen unsere Zellen die Bausteine verfügbar, die für diese gigantische Stoffwechselleistung erforderlich sind. Also all die Nährstoffe, die im Detail an anderer Stelle auf dieser Seite beschrieben sind.

Da wir, wie alle Lebewesen, aber nicht immer und zu jeder Zeit alles verfügbar haben – klimatisch oder saisonal bedingt – ist der Organismus mit der Fähigkeit ausgestattet, Depots zumindest mancher dieser Bausteine anzulegen, sie also mehr oder weniger lange zu speichern. Eine archaische Fähigkeit, die aus der Zeit stammt, in der wir nicht jeden Tag in den Supermarkt gehen und uns dort unsere Nahrung einfach kaufen konnten, sondern zum Teil wochenlang mit wenig oder gar nichts auskommen mussten. Diese Depots sind theoretisch zu 100% aufgefüllt, wenn wir auf die Welt kommen und werden durch die - ebenso theoretisch - sehr reichhaltige Muttermilch noch stabilisiert. Theoretisch deswegen, weil das sehr davon abhängt, wie sich die Mutter ihrerseits vor, während und nach der Schwangerschaft ernährt. Die Nährstoffqualität und Bioverfügbarkeit von Lebensmitteln ist hierbei ein entscheidender Faktor. Ernährt sich eine Mutter so, wie heute üblich - also mit zum Teil erheblichen Nährstoffmängeln -, kommt ein Säugling bereits mit Defiziten in seinen Depots auf die Welt und auch die Muttermilch ist nicht mehr so reichhaltig, wie bei einer Mutter, die sich sehr ausgewogen und reichhaltig ernährt. Ernährt sich das heranwachsende Kind dann so, wie ebenfalls üblich, nehmen die gespeicherten Nährstoffe in den jeweiligen Depots zusätzlich ab.

Das Tückische ist, dass wir davon zunächst nichts merken. Der Körper balanciert diese Defizite so gut er kann aus. Und da er unser Freund ist, der uns so gut wie möglich schützen möchte, schafft er das eine ganze Weile erfolgreich. Erst, wenn die Depots bis auf etwa 30% geleert sind, fängt der Organismus an, Symptome zu entwickeln, um nicht zuletzt auf die vorhandenen Defizite hinzuweisen. Wenn wir diesen Zustand erreicht haben, fangen wir an im volksmündlichen Sinne krank zu werden. Oft scheinen die Symptome aus dem Nichts zu kommen und stellen nicht selten auch Schulmediziner vor unlösbare Rätsel, weil sie keinen „Defekt“ feststellen können, mit dem sich das Symptom erklären lässt.

Der Darm stellt nicht weniger als 80 Prozent unseres Immunsystems dar. Er ist also essenziell für unsere Gesundheit und sein Zustand entscheidet darüber, ob es uns gutgeht, wir uns vital und fit fühlen, oder nicht. Als größte Abwehrbastion des Körpers versucht zunächst der Magen, mit seiner Schleimhaut und aggressiver Säure, den menschlichen Organismus gegen schädliche Einflüsse (vor allem Fehlernährung, Umweltgifte, Zahngifte, Medikamente, psychischen Stress) zu verteidigen. Da unsere Mägen aber in der Regel zu sehr diesen Faktoren ausgesetzt sind - besonders durch zu viel Stress, Zucker und Medikamente -, wird die Magenschleimhaut brüchig und durchlässig für Gifte. Somit gelangen sie in den Darm und greifen ihn an. Der Darm ist sehr sensibel und verletzlich. Die Schleimhäute sind zart und können die eindringenden Giftstoffe nicht abwehren. Zumal sich diese Giftstoffe in den Windungen des Darms ablagern - also anreichern - und dafür sorgen, dass er nicht mehr richtig arbeiten kann (oder auch verschlackt). Die Darmflora lebt von einer ausgewogenen Milieu, also einem Gleichgewicht von Bakterien, Mikroorganismen und intakten Zellen. Ist er verschlackt, gerät dieses Gleichgewicht empfindlich ins Wanken und bricht letztlich zusammen. Ist dieser Zustand erreicht, fährt der Darm nur noch ein Notfallprogramm zum Überleben. Er nimmt dann nur noch die Makronährstoffe auf - also Eiweiß, Fett, Kohlenhydrate und Wasser. Die Mikronährstoffe werden unverdaut ausgeschieden.

 

 

Ein gesunder Magen-Darm-Trakt ist somit die zwingende Voraussetzung dafür, dass der Körper die in der Nahrung vorhandenen Nährstoffe vollständig aufnehmen kann. Ein Gleichgewicht, für das wiederum ausgewogene Ernährung ein essenzieller Bestandteil ist. Auch hier beginnen die Defizite oft bereits direkt nach der Geburt. Die vollwertige Muttermilch enthält, neben den zahlreichen Nährstoffen, mikro- und makrobiotische Stoffe, die dafür da sind, eine intakte Magenschleimhaut und Darmflora aufzubauen, über die dann die sich in der Nahrung befindlichen Nährstoffe resorbiert, also vom Organismus aufgenommen werden können. Oft findet dieser Aufbau nicht vollständig statt und begünstigt damit zum einen die Defizite in den Nährstoffdepots, verhindert aber auch den vollständigen Aufbau einer intakten Magenschleimhaut. Werden dem Organismus später Giftstoffe in Form von Schwermetallen, synthetischen Inhaltsstoffen oder Medikamenten zugeführt, wird zunächst die Magenschleimhaut (weiter) geschädigt, bis sie die Giftstoffe immer weniger davon abhalten kann, in den Darmtrakt zu gelangen. Ähnlich einer Teflonschicht, die brüchig wird und irgendwann Löcher aufweist. Die so in den Darm gelangenden Giftstoffe lagern sich in dessen Windungen ab und reichern sich dort an, wie bereits beschrieben. Auch Stress, in Kombination mit zu wenig Bewegung, sorgt dafür, dass sich Schlackstoffe bilden und im Darm ablagern. Diese Bedingungen sorgen dafür, die Nährstoff-Aufnahmefähigkeit des Körpers zum Teil massiv zu reduzieren. Auch viel Zucker und Säure bildende Lebensmittel sorgen dafür, dass die Magenschleimhaut (weiter) angegriffen wird und diese die Giftstoffe nicht mehr in dem Maße abwehren kann, wie sie es tun müsste. Antibiotika verstärken diesen Effekt und greifen neben der Magenschleimhaut auch zusätzlich die Darmflora zum Teil massiv an, da sie nicht zuletzt die für uns lebensnotwendigen Darmbakterien abtöten.

Der Effekt dieser Faktoren ist, dass, selbst wenn hochwertige Lebensmittel verwendet werden, die theoretisch über ausreichend Nährstoffe verfügen, sie von einem angegriffenen Magen-Darm-Trakt nicht mehr vollständig verwertet werden können. Sie werden dann schlicht wieder ausgeschieden oder lagern sich – wie im Falle beispielsweise oxidierter Fettsäuren oder Kasein in Milch und Käse – im Körper ab. Der Körper macht durch zum Beispiel Dysbakterie, Darmentzündungen, Verstopfung, Durchfall, Reizdarmsyndrom oder gar schwere Darmleiden wie Zöliakie, Colitis Ulcerosa, Morbus Crohn und - im Endstadium - Darmkrebs auf diese Missstände aufmerksam.

Der entleerte Darm eines gesunden Menschen, mit intaktem Magen-Darm-Trakt, wiegt etwa fünf bis maximal sieben Kilogramm. Der Magen-Darm-Trakt eines durchschnittlichen Mitteleuropäers wiegt zwischen zwanzig und fünfundzwanzig Kilogramm. Also das Fünf- bis Achtfache. Immer wieder ist das bei Menschen, die als adipös bis fettleibig eingestuft werden, die eigentliche Ursache für ihr Übergewicht. Was sich nicht zuletzt dadurch zeigt, dass diese Menschen versuchen abzunehmen, dabei aber nur frustriert zusehen müssen, dass sie nicht weiterkommen. Dieses Übergewicht ist in einem solchen Fall vor allem den Ablagerungen an Gift-  und Schlackstoffen geschuldet.

Es ist also sehr wichtig, eine Darmreinigung in Betracht zu ziehen, wobei sich hier Fastenkuren nicht empfehlen. Sie leeren den Darm, reinigen und entgiften ihn aber nicht. Nach erfolgter Reinigung müssen zunächst die Magen-Darm-Flora und die Magenschleimhaut wieder aufgebaut werden. Zum Beispiel durch den Verzehr der Chlorella-Alge, von Gerstengras(saft) oder ähnlicher Maßnahmen. Erst ein gereinigter Darm kann die Nährstoffe wieder vollständig aufnehmen und nur eine intakte Magenschleimhaut ist in der Lage, Giftstoffe abzuwehren. Wobei Giftstoffe deutlich reduziert werden, wenn man sich rein pflanzlich und von hochwertigen Bio-Lebensmitteln ernährt. Aber vor allem dann, wenn das nicht möglich ist – es gibt immer gute Gründe, warum das nicht geht – empfiehlt sich mindestens einmal im Jahr eine Darmreinigung.

Artikel auf Spektrum.de: Wie Darmbakterien Depressionen fördern könnten

 

Sonstige Stoffe

Sonstige Stoffe

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Auch wenn sonstige als Begriff ein wenig beliebig anmuten mag, so haben die hier aufgeführten Stoffe ihre Bedeutung für den menschlichen Organismus. Sie lassen sich nur nicht den anderen Makro- und Mikronährstoffen sinnvoll zuordnen. Ihre biochemische Rolle innerhalb diverser Stoffwechselprozesse sollte deswegen aber nicht unterschätzt werden.

 

Ingwer

Ingwer

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Besonders die asiatische Küche verwendet Ingwer traditionell in ihren Gerichten. Frisch, getrocknet und pulverisiert oder als Tee. Er ist Bestandteil vieler Gewürz- und Curry-Mischungen. Zudem ist er Bestandteil des Ginger Ale und Ingwerbieres.

 

Eiweiß

Eiweiß

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Eiweiß bildet den essenziellen Grundbaustein allen Lebens und ist nicht zuletzt Träger sämtlicher Lebensprozesse. Für viele in der Wahrnehmung verkümmert zum Muskelaufbaustoff, hat der früher als Protein bezeichnete Grundnährstoff elementare Funktionen im Organismus. Wobei hier anzumerken ist, dass die Speicherung von Körpereiweiß nur indirekt und in beschränktem Umfang durch den Aufbau von Muskelgewebe und Training möglich ist.

 

Salz

Salz

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Speisesalz gilt in den meisten Teilen der Welt als Selbstverständlichkeit. Zum Würzen oder überhaupt erst generell zum würzig schmecken Lassen ist es nicht wegzudenken. Aber dennoch wird ihm in der Regel nicht viel Aufmerksamkeit geschenkt. Warum also ist es im Ernährungskontext erwähnenswert?

Zum einen, weil es auch beim Salz und seinen Bestandteilen zum Teil erhebliche Unterschiede gibt. Zum anderen, weil es vor allem die Herstellung bzw. das Gewinnungsverfahren sind, die ein Augenmerk verdienen – nicht zuletzt aus der Nachhaltigkeits,- aber auch aus der Gesundheits-Perspektive.